Landesregierung verpasst Chance, Arbeitsplatz Schule zu stärken

NRW-Schulministerin Feller hat eine Zwischenbilanz ihres Maßnahmenkonzepts zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung gezogen.
Fazit: Ein – mangels Erfolgen – erschreckend kurzer Vortrag darüber, dass sich die Unterrichtsversorgung kein Stück verbessert hat!

Im Detail:

1. Sie stellt 8.129 Zwangsversetzungen von Lehrkräften als Erfolg dar. Zur Erinnerung: Indem man Lehrkräfte von A nach B versetzt, ist nicht eine Stelle mehr besetzt, nicht eine Stunde mehr Unterricht erteilt! Das ist kein Erfolg.

2. 90 (!) Entfristungen von Vertretungslehrkräften. Wir haben in NRW übrigens 200.000 Lehrkräfte. 90 Entfristungen sind zu wenig. Das ist kein Erfolg.

3. Die Zahl der Lehrkräfte in sogenannter „voraussetzungsloser Teilzeit“ hat sich von 13.744 auf 13.234 verringert. Feller hat (absichtlich) nicht dazu gesagt, wie viele Stunden Unterricht mehr dadurch erteilt werden.
Warum wohl? Das ist kein Erfolg.

4. 697 Alltagshelfer sind eine wertvolle Hilfe im Schulalltag, aber ebenfalls viel zu wenig für unsere 6.000 Schulen in NRW.
Ministerin Feller hat nicht dargestellt, wie viele Stunden diese 697 Menschen überhaupt in den Schulen aushelfen. Warum wohl? Das ist kein Erfolg.

5. Feller hat kein Wort über die generelle Lehrer- und Unterrichtsversorgung in NRW verloren. Ein missglückter PR-Stunt durch das gezielte Weglassen von Informationen.
Wir werden nun diese und weitere weggelassene Informationen bei der Landesregierung erfragen.

Ministerin Feller hat heute eins klar gemacht: Sie hat keinen einzigen Erfolg zu vermelden.
Feller kriegt den Lehrermangel und Unterrichtsausfall nicht in den Griff. Darüber hat sie heute – ebenfalls erfolglos – hinwegzutäuschen versucht.

Ihr Handlungskonzept ist ein Schuss in den Ofen❗

Im vergangenen Jahr haben 800 Menschen den Schuldienst gekündigt. Darunter sage und schreibe 286 verbeamtete Lehrkräfte. Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen haben wir als Freie Demokraten einen umfangreichen Antrag eingereicht – der heute im Schulausschuss von den Regierungsfraktionen CDU und Grüne abgelehnt wurde.

Ich habe hier schon oft betont: Unsere Schulen leiden unter einem dramatischen Fachkräftemangel. Anstatt sich diesem Problem anzunehmen und den Lehrerberuf attraktiver zu gestalten, verpasst die Landesregierung erneut die Chance, nachhaltige Schritte für eine bessere Unterrichtsversorgung einzuleiten, die auch die Sachverständigen in der Anhörung eindringlich gefordert haben. Wenn die Landesregierung weiter die Hände in den Schoß legt und unsere Vorschläge ungeprüft wegwischt, werden sich Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfall in NRW weiter verschlimmern.

Wir müssen mehr junge Menschen für den Lehrerberuf begeistern und gleichzeitig die Bedingungen verbessern. Dazu sind einige Maßnahmen dringend notwendig:

  • Schulleitungen stärken
  • mehr statt weniger Unterstützung bei administrativer Arbeit ermöglichen, z. B. durch Erhalt und Ausbau der Schulverwaltungsassistenz
  • mehr Autonomie für unsere Schulen, z. B. durch höhere Schulbudgets und mehr Entscheidungsfreiheit beim Personalmanagement
  • Lehrerausbildung stärken und diese zeitgemäßer, praxisorientierter und passgenauer gestalten
  • Seiteneinstieg attraktiver gestalten, u. a. durch angemessene Vergütung 

Es ist bedauerlich, dass die Schulministerin versucht, ineffiziente Maßnahmen als Erfolge zu verkaufen und sich gleichzeitig gegen die seit Monaten geäußerte Kritik völlig resistent zeigt. Für die Lehrerinnen und Lehrer, sowie die Schülerinnen und Schüler in NRW hoffe ich, dass hier bald ein Umdenken stattfindet.

Unsere Maßnahmenforderungen finden sich hier im Detail:

https://intra.landtag.nrw.de/initiative/,DanaInfo=fdp.fraktion.nrw,SSL+zeitgemaesser-attraktiver-arbeitsplatz-schule

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